KOMISCHE OPER BERLIN

Standort      

Bauherr 
Gebäudetyp     
BGF    
Leistung   
Zeitraum 

Team   

             

Berlin

Land Berlin

Kultur- und Verwaltungsgebäude

20.000 m²

Wettbewerb, 1. Phase

2020

Thomas Stadler

Stadträumliche Einbindung

Der Neubau gliedert sich in einen würfelartigen Baukörper an der Ecke Unter den Linden und einen langgestreckten Baukörper entlang der Glinkastraße bis zur Ecke Behrenstraße.

Gläserne Brücken stellen die Verbindung beider Bauteile untereinander sowie zum Operngebäude her. Die Neubauten entsprechen mit ihrer Attikakante und dem Staffelgeschoss dem Höhenbild der Umgebungsbauten. Sie greifen aber auch Dachkanten und Baufluchten des Nierade-Baus auf und schaffen es damit, eine zusammenhängende Gesamterscheinung herzustellen.


Die besondere solitäre Erscheinung des Operngebäudes aus den 1960er Jahren von Kunz Nierade wird in ihrer heutigen Präsenz beibehalten. Durch den Wegfall der westlichen Seitenbühne ergibt sich jedoch für den Nierade-Bau der Eindruck einer ausgesparten Ecke, der im hier gezeigten Entwurf  durch einen Baukörper für die barrierefreie Erschließung ergänzt wird. Damit kann das Eingangsportal in seiner heutigen Wirkung beibehalten werden.


Der Neubau dockt über tiefer liegende gläserne Verbindungskörper an den Solitär an. Die nach hinten fluchtende Attikakante des Altbaus bleibt somit als klare Raumkante deutlich erkennbar.

Durch den Höhenunterschied und den Abstand zwischen Neu- und Altbau wird der Nierade-Bau in seiner besonderen Struktur hervorgehoben. Durch seine minimalistische Fassade mit wenigen Fensteröffnungen steht der Bestandsbau dabei im Kontrast zum Neubau mit seiner starken Durchfensterung.


Der frei stehende Würfel bildet als solitärer Baukörper eine adressbildende Figur an prominenter Stelle Unter den Linden. Er zieht allein durch seine Dimension Aufmerksamkeit auf sich, entspricht in der Proportion in etwa dem Bühnenkorpus und stellt somit eine gestalterische Verbindung zum Bestandsbau her. Der Blick auf den Komplex ist durchlässig, der Nierade-Bau kann bereits von Unter den Linden wahrgenommen werden. Die besonders ausgearbeitete Stirnwand des benachbarten Funktionsgebäudes bleibt unberührt.

Architektonische Ausdruckskraft


Der Entwurf für den Neubau löst die schwierige Aufgabe, sowohl eine prägnante architektonische Form zu schaffen, als auch die Anbindung an das denkmalgeschützte Ensemble zu leisten und schließlich die Gestaltungsvorschriften Denkmalensemble Dorotheenstadt (Gestaltungssatzung Unter den Linden) zu erfüllen. Dies gelingt durch eine zurückhaltende Ausdrucksform, die sich auf die Gliederung der Fassaden, die Hervorhebung von Gebäudeebenen durch bewussten Schattenwurf und auf ausgearbeitete Details beschränkt. Im Rahmen dieser Gestaltungselemente stellen die Rundbögen am Würfelbaukörper einen optischen Akzent dar, der als direkter Verweis auf das Zuschauerhaus zu lesen ist und Lust auf einen ‚schillernden’ Opernbesuch machen soll.


Die Tragkonstruktion besteht im Bereich der Hülle aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion.
Stahlbeton-Treppenkerne und innere Wandscheiben bilden die Aussteifung gegen horizontale Kräfte. Die Fassade besteht aus grau-beigen Sichtbetonelementen, die mit quarzigen Zuschlagstoffen versehen sind. Die Oberfläche ist mal samtig-matt, mal wird sie durch Scharrieren stark aufgeraut.

Die Fensterprofile sind aus Baubronze, die gefalteten und gebogenen Metallelemente des
Attikageschosses aus oberflächenbehandelten Edelstahl-Elementen. Der Sonnenschutz besteht austextilen Bahnen.

THOMAS  STADLER  ARCHITEKTEN  BDA

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