Florenberggrundschule Pilgerzell

Standort      

Bauherr 
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Kooperation

Fachplaner 

Modell 

Team   

             

Pilgerzell

Stadt Fulda

Bildungsbau

1.400 m²

Wettbewerb, 2. Rundgang

2020

in Zusammenarbeit mit W & V Architekten, Ernst Scharf

el:ch Landschaftsarchitekten

Ralf Pawlitzky

Thomas Stadler

Die städtebauliche Arrondierung des Neubaus und der Freiräume schaffen ein Ensemble, das die neue Grundschule mit der Umgebung vernetzt. Der 2- bis 3-geschossige abgewinkelte Schulneubau wird an dem aufsteigenden Hangstück zur Straße am Rössengraben und entlang des Sportplatzes platziert und schafft durch seine Ausformulierung eine klare Adresse. Gemeinsam mit der bestehenden Sporthalle wird ein gut proportionierter Schulhof gebildet, der sich im Norden zur grünen Hügellandschaft öffnet.

Der Hauptzugang des Schulhofs erfolgt über eine großzügig in den grünen Hang eingebettete Treppenanlage von der Bushaltestelle am Rössengraben her. Diagonal über den Hang gelegt, stellt ergänzend eine Rampe den barrierefreien Zugang zum Schulgrundstück her.

In allen Nutzungsbereichen des Gebäudes und Außenanlagen erfolgt eine maximale Ausgestaltung der Barrierefreiheit.

 

Durch den überdachten Eingangsbereich wird das Foyer erreicht, welches die zentrale Schnittstelle der Schule ist. Hier grenzt unmittelbar die Aula mit den Bereichen Mensa, Musikraum und Bibliothek sowie das Sekretariat und die Teamräume an. Die Aula befindet sich in dem eingeschossigen Gebäudeflügel und hat damit sowohl eine direkte Anbindung an den Schulhof als auch einen starken visuellen Bezug zur Landschaft im Süden.

Direkt am Foyer befindet sich auch die zentrale Treppenanlage, die den allgemeineren Bereich im Erdgeschoss mit den individuelleren Lernclustern in den Obergeschossen verbindet. Hier finden sich jeweils zwei offene Raumcluster. Der zusätzliche Klassenraum wird im 1. Obergeschoss mittig zwischen zwei Clustern angeordnet, dies ermöglicht bei Nichtbelegung eine vielfältige Nutzung auch für andere Klassen. Im darüber liegenden Geschoss wird dieser Raum als Terrasse ausgebildet und kann als Freiluftklasse genutzt werden.

Für den speziellen Förderbedarf wird ein Cluster im Erdgeschoss untergebracht. Der Bastel- und der Kunstraum gruppieren sich um einen gemeinsamen Werkhof im Sockelgeschoss.

Die Gebäudestruktur generiert ein eindeutiges Flucht- und Rettungswegekonzept. Im Erdgeschoss ermöglichen zahlreiche Türen einen direkten Ausgang. In den Obergeschossen ist jede  Etage in drei Nutzungseinheiten mit jeweils einer eigenen notwendigen Treppe organisiert. Dadurch können die brandschutztechnischen Anforderungen verringert und Nutzungseinheiten deutlich vergrößert werden.

 

Das äußere Erscheinungsbild der Schule wird geprägt durch die tiefengestaffelte Ausformulierung der Obergeschosse, die auf einem ruhigen Sockel ruhen. Dadurch erhält das Haus eine maßstäbliche Differenzierung, die die innere Struktur auch von außen ablesbar macht. Die Schule zeichnet sich mit ihrer warmen Holzfassade als freundliches Haus mit maximalem Außenraumbezug aus.

Der Neubau ist als Skelettkonstruktion mit aussteifenden Kernen geplant, um eine langfristige und damit nachhaltige Flexibilität zu ermöglichen. Spätere Umbauten oder Umnutzungen lassen sich somit leicht realisieren. Des Weiteren ermöglicht dieses Konzept einen sehr hohen Grad an Vorfertigung im Bereich der Konstruktion, des Ausbaus und der Fassadenkonstruktion. Die Fassaden werden aus vorgefertigten Elementen als nicht tragende Holzrahmenkonstruktion ausgeführt. Darin sind die Fenster- und Türelemente bereits vormontiert.

Die Schule wird weitgehend natürlich belüftet. Innerhalb des Gebäudes werden im Sommer thermische Lastspitzen über die Speichermassen der freiliegenden, massiven Bauteile abgepuffert. Durch eine automatisierte Nachtlüftung über motorisch angetriebene Lüftungsflügel wird das Gebäude entwärmt.

Im gesamten Gebäude sind abgehängte Deckensegel als Akustikdecke mit integrierter Beleuchtung (tageslichtabhängiges Lichtmanagementsystem) vorgesehen. Die Belegungsdichte der Elemente richtet sich nach den Erfordernissen. Bei Bedarf können zusätzlich Wandflächen als Absorptionsflächen ausgebildet werden.

Hochwertige, ökologisch nachhaltige Materialien und Ausstattungselemente befördern die Identifikation und Wertschätzung des Gebäudes und tragen darüber hinaus zum langfristigen Werterhalt bei.

Die Positionierung des Neubaus ermöglicht die Beibehaltung des Schulbetriebs bis zur Fertigstellung.

Die von der Grundschule aufgenommene Topographie des bestehenden Geländeverlaufs wird in den Freianlagen fortgesetzt und ergänzt. Der Schulhof bildet das Verbindungselement zwischen Grundschule und Sporthalle. Er bietet ausreichend Platz für Bewegungsspiele und vereint Spiel- und Lehrangebote. Eine quadratische Intarsie mit Baumgruppe und Sandlandschaft bildet den zentralen Spiel- und Treffpunkt auf dem Schulhof.

Ein Grünes Klassenzimmer, das als Sitzforum ausgebildet wird und auch als Bühne genutzt werden kann, wird nördlich des Schulhofes in die bestehende Topografie eingebettet.

Auf dem nördlich anschließenden Wiesenhang werden Obstgehölze gepflanzt und Hängematten aufgestellt, sodass dieser Bereich den Charakter eines naturnahen Rückzugsortes erhält.

Westlich der Zugangstreppe liegen in begünstigter Südhanglage die Terrassen des Schulgartens.

Die robuste und einfache Grundstruktur der Freianlagen erlaubt es, mit minimalen Mitteln eine hochwertige Gestaltung herzustellen, die durch ihren integrativen, offenen Charakter und das vielseitige Angebot an Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten alle Schüler anspricht. Einfache Details und eine hochwertige Materialverwendung geben dem Ort eine angemessene Erscheinung. Dabei wird auf zeitlose und einfache Materialien und deren robuste Verarbeitung gesetzt.