Rathausstraße 1, Büro- und Geschäftshaus, Wien

Standort  

   

Bauherr 


Gebäudetyp     


BGF     


Zeitraum 

Architekt

Mitarbeiter

Interior

Bauleitung

Tragwerksplanung

Landschaftsplanung

Lichtplanung

             

Rathausstraße 1, 1010 Wien

BUWOG

Bürogebäude, Gewerbebau

12.000 m² oberirdisch, 11.000 m² unterirdisch

2013 - 2020

ARGE Schuberth und Schuberth / Stadler Prenn / Ostertag

Schuberth und Schuberth ZT-GmbH, Wien

Stadler Prenn Architekten, Berlin

ostertag ARCHITECTS ZT GmbH, Wien

Team STADLER PRENN: Thomas Stadler, Martin Prenn, Oliver Roser, Elena Masla, Arihan Senocak,

Team Schuberth und Schuberth: Gregor Schumberth, Johanna Schuberth, Walter Thomke, AnaSammeck, Mariedl Kleemann

Atelier Heiss ZT GmbH

Conspeed Baumanagement GmbH

Gmeiner & Haferl Zivilingenieure ZT GmbH

Lindle + Bukor atelier für landschaft

Podegorschek & Podgorschek Lighting Design OEG

Zusammenfassung


Das Projekt ging 2013 aus einem offenen, internationalen Architekturwettbewerb mit 145 Teilnehmern als Sieger hervor.
Der Entwurf sieht ein städtisches Bürohaus vor, das sich in das historische Umfeld integriert und eine unverwechselbare und zeitgenössische Position bezieht. Der von allen Seiten begehbare Baukörper wird von einem strengen Raster gegliedert. Das Fassadenkleid soll durch Tiefe, Material und Detaillierung für die Umgebung erlebbar sein. Von Innen öffenbare Fenster erhöhen den Komfort der Benutzenden.


Arkade, Mezzanin, Haupt- und Attikageschoße reagieren auf die Abstufungen der Gründerzeithäuser. Das zentrale Foyer soll in Grundfläche und Höhe großzügig und unaufgeregt wirken und dem Ort gerecht werden. Durch das Glasdach über der Galerie des Mezzanins ist der Lichthof – und damit der Außenraum – angebunden, was die Lesbarkeit des Hauses unterstützt. Die Büroflächen sind als Kombi- oder Zellenbüros nutzbar. Grundsätzlich sind zum Innenhof kleine Teeküchen, Besprechungskojen und Sitznischen orientiert.
Dem Entwurf lag die Prämisse zugrunde, ein langlebiges Gebäude zu schaffen, das auch zukünftige Umbauten gelassen mitmacht. Große Geschoßhöhen, attraktive Räume und eine hochwertige Fassade sollen dieses Versprechen unterstützen.

 

Baukörper und Fassade


Das Volumen orientiert sich an den Baufluchten des bestehenden Rathausviertels. Um Engstellen zu vermeiden, ist der Fußgängerbereich im Erdgeschoß um eine Arkadenfläche erweitert. Zusätzlich ist der Baukörper an den zwei Gebäudeecken zur Auerspergstraße hin abgeschrägt. Das lässt sich als Referenz an gründerzeitliche Platzlösungen denken und ist eine Reaktion auf die knappe Verkehrsfläche an diesen Stellen.


Die Rathausstraße bleibt in ihrem Charakter ein durchlässiger Straßenraum; die Gestaltung der Freiflächen weist gleichzeitig platzähnliche Merkmale auf, wie einen einheitlichen Bodenbelag und Sitzgelegenheiten.


Die Gliederung der Geschoße orientiert sich an den Nachbargebäuden. Die Sockelzone (Arkade mit Mezzanin) nimmt die Höhen der anschließenden Sockelgesimse auf, die Gebäudetraufe über den Regelgeschoßen liegt 52 Meter über Wiener Null und entspricht der historischen Traufenkante. Darüber folgen zwei Attikageschoße, die an jeder Gebäudefront um zwei Meter schräg nach innen knicken. Das schräge Einspringen trägt den unterschiedlichen Ausrichtungen und Achsen rund um das Grundstück Rechnung: dem Abknicken der Zweierlinie, dem verspringenden Verlauf der Josefstädterstraße und Stadiongasse.

 

Die nördliche Gebäudekante ist um vier Meter von der historischen Bauflucht nach innen gerückt. Der Neubau orientiert sich damit an der Kante des Harry-Glück-Rechenzentrums. In einer Überarbeitung des Projektes wurde der Diskussion um die Blickachse zum Stephansdom entsprochen.

Fassadenentwicklung Außen


Die Fassade folgt in Maßstab und Gliederung den gründerzeitlichen Nachbarn. Horizontale Bänder, feingliedrige Einschnitte und gläserne Doppelschichtigkeit treten an die Stelle historischer Gesimse. Jeweils zwei Geschoße sind in einer Ordnung verbunden. Erdgeschoß und Mezzanin bilden die Sockelzone.

 

Die Doppelfassade ist ein wesentliches Kennzeichen des Entwurfs in den Regelgeschoßen darüber. Sie besteht aus einer Prallscheibe zur Straße und Fensterflügeln an der Innenseite. Der Scheibenzwischenraum wird über Einschnitte in Pfeilern und Balken belüftet. Die Konstruktion erinnert mit ihrer Zweischaligkeit und der tiefen Laibung an historische Kastenfenster. Pfeiler und Bänder der Tragkonstruktion sind mit Edelstahlblechen verkleidet, deren champagnerfarbener Ton an jene der Umgebung anschließt. Je nach Lichteinfall und Tageszeit wechseln Reflexion und Helligkeit der Bleche. Lichtspots in den vertikalen Lüftungsschlitzen variieren das Erscheinungsbild bei Dunkelheit.

Foyer und Mezzanin


Der zentrale Raum im Erdgeschoß ist das große, zweigeschoßige Foyer, das sich mittig über drei Achsen ausdehnt. Es verbindet den Haupteingang mit den beiden Liftgruppen und dient als Hauptverteiler. Quer dazu, in den Längsrichtungen des Gebäudes, sind ein Restaurant und das Kundenzentrum angeschlossen. Beide nutzen die Raumhöhe des Erdgeschoßes für zusätzliche Galerien. Im Sommer kann die Gastronomiefläche über vertikale Schiebefenster hinaus in die Rathausstraße erweitert werden.

 

Das Foyer ist mit dem Lichthof über ein Glasdach verbunden. Eine einläufige Stiege führt auf die Galerie des Mezzanins – ein helles Zwischengeschoß mit öffentlichem Charakter. An der Westfassade ist ein zweigeschoßiger Saal für interne und repräsentative Anlässe eingeschnitten.


Die Pfeiler der Hoffassaden sind mit hellen keramischen Platten verkleidet und bezieht sich auf schlichte und funktionale Gewerbehöfe.
Von der markanten Eingangssituation an der Ecke Auerspergstraße und Stadiongasse wird ein Supermarkt im 1. Untergeschoß angeschlossen.

 

Büroetagen und Attikageschosse


Die beiden Erschließungskerne liegen sich an den Stirnseiten des offenen Lichthofs gegenüber. Die Büroflächen können so in unterschiedlich große Einheiten aufgeteilt werden. Die Büroräume befinden sich vom ersten bis zum siebten Stock an der Außenfassade. In den Gebäudeecken liegen die Besprechungsräume. Systemtrennwände mit Glasteilen erlauben eine flexible Aufteilung der Zimmer.

 

Der Boden ist als Doppelboden ausgeführt, die abgehängten Decken werden als Deckensegel auch zur Heizung und Kühlung herangezogen. Zum Innenhof sind kleine Teeküchen, Besprechungskojen und Sitznischen orientiert. Nach oben hin, in den beiden Attikageschoßen, verändert sich der Raumeindruck durch die schräg nach innen springenden Außenwände. Das Dach ist für besondere Anlässe begehbar, ein Aufzug mit einer kleinen Stiege führt auf die Terrasse.
 

THOMAS  STADLER  ARCHITEKTEN  BDA

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